Wer diesen Artikel liest dürfte zu denjenigen gehören, die das mobile Betriebssystem Windows Phone auf irgendeine Art und Weise mögen – und gehört damit einer Minderheit an. Denn nach wie vor geben in Sachen Mobil-Betriebssystem iOS und Android den Ton an, danach folgen weit abgeschlagen Symbian, BlackBerry, bada und Windows Phone, das sich derzeit bei 1,9 Prozent Marktanteil (weltweit, Quartal 1 2012) ganz hinten einreihen muss.
Dabei hatte Microsoft so große Hoffnungen in Windows Phone gesetzt. Doch seit dem Übergang von Windows Mobile zu Windows Phone ist der Marktanteil deutlich gesunken. Da fällt es auch schwer, den Prognosen der Analysten von IDC Glauben zu schenken. Die Branchenexperten sind der Ansicht, dass Windows Phone bis zum Jahr 2016 sogar iOS in Sachen Marktanteil überholen wird.
Wo liegt aber das Problem von Windows Phone im Vergleich zu den erfolgreichen iOS und Android? Die Nutzeroberfläche von Microsofts mobilem Betriebssystem ist einfach und intuitiv und damit auch für Nutzer geeignet, denen vor allem die schnelle und einfache Bedienung wichtig ist oder die zuvor noch kein Smartphone ihr Eigen nannten. Einen entscheidenden Nachteil hat Windows Phone jedoch im Vergleich zu Android und iOS: Die Anzahl der Apps ist deutlich geringer. Viele beliebte Anwendungen gibt es nicht für Windows Phone oder sie werden erst mit deutlicher Verspätung veröffentlicht. Für Entwickler stellt sich immer die Frage, ob sich der Aufwand finanziell lohnt, eine App für Windows Phone zu programmieren.
Die Rettung aus diesem Dilemma könnte Windows Phone 8 sein. Denn die kommende Version von Microsofts mobilem Betriebssystem soll nicht nur zahlreiche neue Funktionen mitbringen. Nein, sie bekommt auch die gleiche Kernel-Basis wie Windows 8. Und damit wird die Entwicklung von Apps sowohl für Windows 8 als auch für Windows Phone 8 erleichtert. Entwickler müssen Anwendungen für das große Betriebssystem Windows 8 und für das Mobil-Betriebssystem Windows Phone 8 nicht zweimal komplett neu entwickeln, sondern nur einmal und dann die grafische Oberfläche entsprechend anpassen. Entsprechend verändert sich dann auch die Kosten-Nutzen-Rechnung für die Entwickler und Windows Phone 8 wird für sie attraktiver.
Darin besteht eine echte Chance für Windows Phone. Denn wenn mit Windows Phone 8 Apollo nicht der ganz große Wurf gelingt, dann sieht es richtig düster aus und die Prognosen von IDC werden immer unwahrscheinlicher.
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Was meiner Meinung nach einer erheblich höheren Verbreitung im Wege steht ist nichts Grundsätzliches, sondern eigtl. nur Kleinigkeiten! Ein paar Beispiele:
- Fehlende Einstellmöglichkeiten!!! Meinetwegen verstecken, aber es hat nichts mit “Design-Entscheidungen” zu tun, wenn ich beim WLAN keine manuelle Konfiguration (IP etc.) vornehmen kann! Das ist schlicht peinlich!
- Kontakte versenden via SMS oder Email, auch als VCard: eine absolute Basisfunktion! Die entsprechenden Apps sind nur krückenhaft!
- Ein absolut armseliger Acrobat Reader. Das ist kein Problem seitens Microsoft, aber wie soll man erklären, dass man in einem 300 Seiten Dokument 258 mal wischen muss um auf Seite 259 zu kommen!!?? Ebenso fehlt hier eine Möglichkeit z.B. mit IE gezogene PDFs per Email oder SkyDrive wieder aus dem Handy zu bekommen.
Fazit: auch wenn man den “Consumer” im Blick hat, sollte man nicht vergessen, dass auch solche Kinkerlitzchen für viele ein Deal-Breaker sind und sich nicht positiv aufs Image auswirken (WP7? Da fehlt doch die Hälfte oder???)…
VG, Thomas